Projekt „Ich mach dich gesund“ 2017-12-16T11:13:14+00:00

Project Description

PROJEKT

Was ist Gesundheit? Was macht uns krank? Was für ein Menschen- und Weltbild haben wir diesbezüglich? Was ist ein gesunder Mensch und was eine kranke Welt? Was bedeutet Lebensqualität? Ist nur der Mensch gesund, der leistungsfähig ist? Wann fühlen wir uns gesund und welche Rolle spielen Freunde und Familie, die Schule, die Natur oder die Straße, in der wir wohnen? Wie beantworten Kinder und Jugendliche diese Fragen? Neben der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Gesundheit werden auch die gesundheitsfördernden Wirkungen in den Blick genommen, die von den Künsten selbst ausgehen.

Das Projekt findet in den Schuljahren 2017/18 und 2018/19 statt und nimmt das Thema Gesundheit sowie die gesundheitsfördernde Wirkung der Künste in den Blick. In Workshops, die von professionellen Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten – von Theater und Tanz über Musik und Bildende Kunst bis zu Literatur, Medien und Jugendkultur – angeleitet werden, setzen sich Schülerinnen und Schüler aller Schularten mit dem Thema Gesundheit auseinander. Durch aktives Gestalten und eigenes Erleben werden nachhaltige Erfahrungen ermöglicht. Geplant sind 100 Workshops in 25 Kommunen in Bayern.

Aufgrund der großen gesellschaftlichen Relevanz des Themas soll das Projekt als ein Bündnisprojekt des Wertebündnisses Bayern durchgeführt werden: Bündnispartner sind der Bayerische Städtetag, das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und Gorilla Deutschland GmbH. Weitere Bündnispartner können sich gerne beteiligen.

Projektträger
Das Netzwerk STADTKULTUR besteht seit 42 Jahren, aktuell sind 52 Kommunen in Bayern Mitglied. Die Zusammenarbeit erfolgt über die Kulturverwaltungen und die Kulturanbieter vor Ort. Für das kulturelle Bildungsprojekt wird eine Projektmitarbeiterin für die Dauer von zwei Jahren eingestellt, die das Projekt betreut, die Workshops bei der Konzeption, Durchführung und Finanzierung berät und das Projekt in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle, den Mitgliedskommunen, den kulturellen Bildungsträgern und den beteiligten Schulen koordiniert und durchführt.

STADTKULTUR ist seit 2004 landesweit in der kulturellen Bildung tätig und kann auf die vielfältige und umfangreiche Erfahrung in der Geschäftsstelle und in den Mitgliedskommunen zurückgreifen. Neben den Schulen und den kommunalen sowie freien Trägern kultureller Bildung sind an dem Projekt professionelle Künstlerinnen und Künstler aller Sparten beteiligt.
www.stadtkultur-bayern.de


STADTKULTUR-Mitglieder

Aichach, Ansbach, Aschaffenburg, Bad Kissingen, Bobingen, Burghausen, Coburg, Dasing, Ebern, Eichstätt, Erlangen, Forchheim, Friedberg, Geisenfeld, Graben, Gräfelfing, Herzogenaurach, Ingolstadt, Kitzingen, Königsbrunn, Landsberg a. Lech, Landshut, Lauf a. d. Pegnitz, Lohr a. Main, Mainburg, Marktheidenfeld, Miesbach, Miltenberg, Mömbris, Mönchberg, München, Neuburg a.  d. Donau, Neumarkt i. d.OPf., Neuötting, Neustadt a. d. Donau, Nürnberg, Pfaffen-hofen a. d. Ilm, Prichsenstadt, Roth, Rothenburg o. d. Tauber, Scheyern, Schwabach, Starnberg, Sulzbach-Rosenberg, Tittmoning, Traunreut, Traunstein, Vohburg, Volkach, Weiden i. d. OPf., Wemding, Würzburg (Stand Juli 2017).

Projektpartner

  • Bayerischer Städtetag
  • Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
  • Gorilla Deutschland GmbH


Workshops

Veranstaltet werden Workshops aus den Bereichen Literatur, Tanz, Bildende Kunst, Musik, Medien, Theater und Jugendkultur sowie spartenübergreifende Workshops, ergänzend zum Unterricht an Projekttagen, im Ganztagesbereich oder am bayernweiten Kulturtag.

Ziele der Workshops sind:

  • die ästhetische Bildung der Kinder und Jugendlichen durch die aktive künstlerische Betätigung und das Erlernen neuer Fertigkeiten.
  • Die künstlerische Beschäftigung mit dem Thema Gesundheit, welche die eigene Person ebenso wie das Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler in einem ganzheitlichen Sinne behandelt. Körper, Seele und Geist sind ebenso angesprochen wie die soziale Gesundheit, gesellschaftliche Aspekte und kulturelle Unterschiede im Verständnis von Gesundheit und im Umgang mit Krankheit. So formuliert es auch die Weltgesundheitsorganisation.

Weitere Ziele sind:
die Ausbildung und Stärkung gesundheitsrelevanter Schutzfaktoren. Künstlerische Betätigung erschließt individuelle Ressourcen, macht Fähigkeiten sichtbar und stärkt das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler. Sie werden sich ihrer Selbstwirksamkeit und ihrer Gestaltungsmöglichkeiten bewusst, durch das Experimentieren mit neuen Ausdrucks- und Darstellungsformen. Vielfältige Begegnungen und Verständigungsprozesse schulen ihre Beziehungs- und Empathiefähigkeit. Sie erleben Möglichkeitsräume für neue Wahrnehmungs- und Erfahrungswelten.
die gesundheitsfördernde Wirkung künstlerischen Tuns, durch die heilsame Ausgestaltung innerer Wahrnehmungen, durch das Hervorrufen, Darstellen, Betrachten und Bearbeiten von Gedanken und Emotionen mittels der Künste.

Das Projekt ist spartenübergreifend angelegt. Die einzelnen künstlerischen Techniken bieten unterschiedliche Potentiale hinsichtlich der genannten Ziele.

Literatur: Sprache ist ein Mittel sich auszudrücken, Sorgen und Schmerz zu verarbeiten. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der eigenen Befindlichkeit auseinander. Was ist Gesundheit? Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit sowie die Schreib- und Lesekompetenz werden gefördert, in Schreib-, Erzähl- und Poetry-Slam-Workshops.

Tanz fördert die Wahrnehmung des eigenen Körpers, individuelle Bewegungspotentiale werden entdeckt. Die Kinder und Jugendlichen erlernen unterschiedliche Tanzstile und entwickeln eine tänzerische Ausdrucksfähigkeit. Improvisationen helfen dabei, Gefühle, Gedanken und Erlebnisse erfahrbar zu machen. Vom eigenen Tun überzeugt sein, respektvoll miteinander umgehen: Tanzen verlangt Entschiedenheit und hilft dabei, sich auf Wesentliches zu konzentrieren, im Raum und im eigenen Körper

Bildende Kunst ermöglicht es, innere Bilder und den individuellen Blick auf die Welt auszudrücken. Stimmungen werden wiedergegeben, die sinnliche Wahrnehmung geschult, neue Lösungsmöglichkeiten sowie Ressourcen entdeckt. Und nicht nur die künstlerische Betätigung, auch die künstlerische Gestaltung des Lebensumfeldes kann sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Neben klassischen Malerei-, Zeichen-, Druckgrafik- und Bildhauerei-Workshops sind auch Workshops an der Schnittstelle von Urban Gardening und Kunst geplant.

Musik: Ein zentrales Element von Musik ist der Rhythmus. Als wiederkehrender periodischer Vorgang findet er seine Analogie in den biologischen Rhythmen des Menschen. Musik ist kommunikativ, bietet Ausdrucksmöglichkeiten und wirkt auf Körper und Seele. Durch gemeinsames Musizieren entstehen Teilhabemöglichkeiten. In Instrumental- und Gesangs-Workshops lernen die Kinder und Jugendlichen unterschiedliche Musikstile kennen und schulen ihre Wahrnehmung und Konzentration. Sie üben sich darin, Emotionen zuzulassen und individuelle Erfahrungen zu verarbeiten. Durch die Sprache der Musik können sie sich ausdrücken, teils auch Gedanken, Gefühle oder Erlebnisse, die unaussprechlich scheinen.

Medien-Workshops schulen den kritischen Umgang mit Filmen, Videos sowie dem Internet und ermöglichen differenzierte Medienerfahrungen. Die Schülerinnen und Schüler lernen mediale Gestaltungsmittel kennen und reflektieren deren Wirkungsmechanismen. Die Produktion eigener Medien fördert individuelle Ausdrucksmöglichkeiten sowie die Symbol- und Bildsprachenkompetenz. Im Rahmen von Fotografie- und Film-Workshops setzen sich die Kinder und Jugendlichen mit der Welt auseinander, verarbeiten Erfahrungen und erleben Möglichkeitsräume, um sich selbst in Szene zu setzen. Sie lernen abseits von bekannten Mustern eigene und neue Lösungen zu finden.

Theater: Auf der Bühne werden traditionell alle Lebensthemen verhandelt, die Welt und das Selbst können reflektiert, individuelle Sorgen und Befindlichkeiten aufgearbeitet und Handlungsmuster verändert werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen sich bewusst zu inszenieren, mit Unvollkommenheit umzugehen und neue Perspektiven wahrzunehmen. Während der Proben und bei der Aufführung können sie sich selbst verwirklichen.

Jugendkultur: Skater, Hip-Hopper und andere neue Bewegungen entwickeln eigene Musikstile, Tanzformen und Moden in Sprache und Kleidung. Sie inszenieren sich und schaffen neue Lebensweisen, zu denen auch Ernährung und Trendsport gehört.

Zeitlicher Rahmen
Phase 1: Detailkonzeptionierung und erster Durchlauf mit Evaluation

Ab Mitte September 2017

  • Information an Künstlerinnen und Künstler, Schulen, Presse (mit Logo und Zuschussanträgen)
  • Beratung von Kommunen, Künstlerinnen und Künstlern, Schulen (Konzept, Durchführung, Finanzierung)
  • Durchführung der Workshops
  • Beratung weiterer Bündnispartner durch STADTKULTUR
  • Veröffentlichung bereits durchgeführter Workshops im Internet (www.stadtkultur-bayern.de/)

Phase 2: Optimierung des Konzepts, zweiter Durchlauf mit erneuter Evaluation und Dokumentation des Gesamtprojekts (dieser Prozess verläuft kontinuierlich, mit jedem Zweitdurchlauf eines Workshops wird die Qualität des einzelnen Workshops überprüft und für den nächsten Durchlauf optimiert)
18./19.07.2018:  Vorstellung des Projekts mit den Bündnispartnern im Rahmen des Bayerischen Städtetags in Coburg

Phase 3: Sicherung der nachhaltigen Wirksamkeit des Projekts
April 2019: Präsentation der Dokumentation des Projektes mit einer Evaluation des gesamten Projekts durch wissenschaftliche Mitarbeiterinnen von STADTKULTUR

Akteure
Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende aus allen Kultursparten, Kultureinrichtungen der Kommunen (Sing- und Musikschulen, Stadttheater, VHS, Museen, Kunstvereine, Kinder- und Jugendtheater, Stadtjugendringe, Stadtbüchereien etc.), Schülerinnen und Schüler

Präsentation/Qualitätssicherung
Die Workshops werden von STADTKULTUR bayernweit an die Mitgliedskommunen vermittelt, auf der Homepage von STADTKULTUR präsentiert und in einer Abschlusspublikation veröffentlicht. Eine forschende Haltung gegenüber dem eigenen Tun, im Sinne einer Qualitätsprüfung, ist STADTKULTUR besonders wichtig. Durch eine Auswertung der Workshops durch Evaluationsbögen wird das Projekt durch STADTKULTUR fachwissenschaftlich begleitet. Die Evaluation wird in der Projektpublikation im Rahmen der Abschlusspräsentation im Juli 2019 veröffentlicht.

Nachhaltigkeit
Während des gesamten Projekts werden die Künstlerinnen und Künstler und sonstige Projektbeteiligte durch STADTKULTUR in Einzelgesprächen beraten und individuell, bezogen auf konkrete Fragen vor Ort, fortgebildet.
Durch ein von STADTKULTUR implementiertes Zuschussmodell werden Kooperationsstrukturen vor Ort aufgebaut. Die Mischfinanzierung soll perspektivisch eine Fortsetzung kultureller Bildung auch nach Ablauf des Projekts ermöglichen.

Es wird, wie weiter oben bereits erläutert,  eine Dokumentation des gesamten Projektes mit einer qualitativen Auswertung des gesamten Projektverlaufs erstellt. Diese Dokumentation wird in einer Broschüre veröffentlicht, die im Buchhandel erworben werden kann.

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PROJEKTÜBERSICHT